Bei unserer Arbeit gehen wir immer davon aus, dass jeder Mensch über ein grosses und gesundes Potential verfügt, sein Leben zu meistern und sich dabei weiter­zuentwickeln. Entstehende Schwierig­keiten verstehen wir nicht als Wider­spruch dazu, sondern als Chance für wichtige Veränderungen und Ent­wicklungen.

Wir unterscheiden das Wesen und die Prägung (den Charakter) eines Men­schen.

Das Wesen bleibt immer gleich. Darin finden wir - unter anderem - men­schliche Regungen, wie Neugierde, Klarheit, Trauer, Freude, Schmerz, Liebe, Angst und Mitgefühl.

Prägungen entstehen im Laufe des Lebens, vor allem aber in der Kindheit. Sie sind das Ergebnis notwendiger Anpassungen an das jeweilige Umfeld, um so die Zuge­hörigkeit und das eigene Überleben zu sichern.

Eine Prägung ist weder negativ noch positiv. Die Verkehrsregeln als Beispiel: Wir lernen, uns möglichst sicher im Strassenverkehr zu ver­halten. Das manifestiert sich so stark in uns, dass es uns schliesslich schwerfällt, auf der „falschen“ Strassen­seite zu fahren.

Und so lang wir uns nicht in England aufhalten, ist diese Prägung auch als Erwachsener durchaus nützlich.

Nun gibt es aber Prägungen, die irgendwann einmal nützlich waren, heute aber sinnvolles Verhalten und Entwicklung erschweren. Wenn ich nach England komme, ist das im Falle der Verkehrsregeln offensichtlich. Die meisten Prägungen sind uns nicht bewusst und wir werden dann – ohne den Grund dafür zu kennen - wütend, traurig und hilflos.

Der erste Schritt in unserer Arbeit besteht deshalb darin, unsere Klient­innen und Klienten dabei zu unterstützen, sich des eigenen Verhaltens und der Ursprünge der eigenen Verhaltensmuster bewusst zu werden. Unsere Berater sind geschult darin, solche Verhaltensmuster zu er­kennen und darauf auf­merksam zu machen. Es sind ur-menschliche Verhaltensweisen, die bei näherem Hinsehen logisch und leicht ver­ständlich sind.

Kann das eigene Verhalten wahrgenommen werden und ins Bewusst­sein dringen, zeigen sich einfache und nachvollziehbare Lösungen und neue Verhaltensweisen werden innerhalb kurzer Zeit möglich sein.

Kinder können diesen Schritt des „Sich-Bewusstwerdens“ noch nicht machen. Aus diesem Grund arbeiten wir in Familien mit den Eltern, selbst wenn das Kind das auffällige Verhalten zeigt.

In solchen Fällen geht es darum, das Familiensystem, in welchem das Kind lebt und das naturgemäss von den Eltern vorgegeben wird, so zu stärken, dass das Kind sein störendes Verhalten ablegen kann. Die natürliche Ordnung im Familiensystem wird so gestaltet, dass sich das Kind an seinem Platz wohl und geborgen fühlt und die Anspannungen weichen können, die zu der Ver­haltens­auffälligkeit geführt haben.

Die Grundlage unserer Arbeit ist die humanistische Psychologie und die potential­orientierte Psychotherapie mit ihren unterschiedlichen Methoden.

Wer sich über diese Methoden weiter informieren möchte, findet Inter­essantes unter diesem Link: www.zist.de (Ausbildungsstätte von Katja Meier-Waldkircher)